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Eckhütt Eins · Werkstatt für General Counsel

Eine Entdeckungsreise in neun Stationen

Creeps und Selektivität

Diagnostischer Diskussionsanstoss fürs GC Camp

Sie sind nicht laut. Sie sind nicht brillant. Und doch sitzen sie an genau jenen Schaltstellen, an denen Unternehmen ihre teuersten Fehler begehen. Wer sich gegen sie stellt, gilt schnell selbst als das Problem.

Diese Reihe ist eine Entdeckungsreise in neun Stationen. Jede Station enthüllt ein Stück der Konstellation. Was am Anfang wie ein einzelnes Persönlichkeitsproblem aussieht, löst sich nach und nach in eine präzise Diagnose auf — klinisch, gruppendynamisch, organisationsstrukturell, lebensbiografisch. Lesbar in jeder Reihenfolge, aber jede Station öffnet die nächste.

Halten Sie kurz inne: vermutlich denken Sie gerade an eine konkrete Person.

Creeps und Selektivität Die vier Typen Dynamik der Organisation Die GC-Position und ihre Ambivalenz Werkzeuge im Umgang Die Alternative Selektivität ab fünfzig Theorien acht Jahrzehnte Self-Assessment welche Konstellation? Klicken Sie eine Station an — oder scrollen Sie weiter

Neun Stationen, ein Bogen. Sie können die Reise an jeder Station beginnen.

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Station 1 · Teil 1 der Reihe

Die vier Typen

Wormtongue, People-Operator, Special-Project-Parasit, Compliance-Schönredner. Vier Phänotypen, die Sie sofort wiedererkennen, sobald Sie ihre Sprache hören können. Wer sind sie? Wer wird zum Wirt? Und woran sind sie im Feld erkennbar — ohne Persönlichkeitstest?

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Station 2 · Teil 2 der Reihe

Warum die Organisation sie behält

Wer die vier Typen kennt, weiß noch nicht, warum sie nicht abgestoßen werden. Die Antwort liegt nicht in den Figuren — sie liegt in der Gruppe. Bions Gruppendynamik, das toxische Dreieck und der Doublebind erklären, wieso Compliance ihr Lieblingslebensraum ist.

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Station 3 · Teil 3 der Reihe

Die GC-Position

Der natürliche Gegenspieler — und der gefährdetste Mitspieler. Auch in integren Vorständen löst die GC-Funktion eine spezifische Ambivalenz aus. Plus: vier eigene Pathologien, die schwerer zu sehen sind als die der anderen.

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Station 4 · Teil 4 der Reihe

Werkzeuge im Umgang

Sieben Eskalationsschritte mit konkreten juristischen Formulierungen. Zehn Werkzeuge für den Korridor. Vier Schutz-Pfade pro Phänotyp. Und die nüchterne Antwort auf die Frage, was mit dem Brief an den Aufsichtsrat tatsächlich passiert.

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Station 5 · Teil 5 der Reihe

Die Alternative

Was an die Stelle des Creeps gehört. Was Vorstände, Aufsichtsräte und Unternehmen wirklich brauchen. Wie sich das über dreissig Jahre liefern lässt, ohne sich zu verbrennen. Und wo Creeps strukturell verhungern.

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Station 6 · Eigenständig

Selektivität ab fünfzig

Warum diese Wahrnehmung mit einem bestimmten Lebensmoment schärfer wird — und warum das keine persönliche Verhärtung ist, sondern eine empirisch belegte Verschiebung. Carstensen, Erikson, Mainiero/Sullivan.

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Station 7 · Übersicht

Theorien im Überblick

Acht Jahrzehnte Forschung, drei Linien, zwanzig Quellen. Cleckley bis Carstensen, Bateson bis Bion, Akerlof bis Taleb. Erst zusammen ergibt sich die Diagnose.

Zeitstrahl & Tabelle

Station 8 · Interaktiv

Self-Assessment

Welche Konstellation arbeitet bei Ihnen? Fünf Fragen pro Phänotyp plus vier zur eigenen Funktion. Anonym, lokal im Browser, mit Auswertung als Balkendiagramm.

Fragebogen starten

Station 9 · Reflexion

Sechs offene Fragen

Fürs Camp-Gespräch oder für die eigene Reflexion. Sechs Fragen, an denen sich entscheidet, was als Nächstes geschieht.

Fragen lesen
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Station 7: Theorien im Überblick

Die Reihe webt etwa zwei Dutzend Quellen aus 80 Jahren Forschung zusammen. Drei Linien laufen darin: die klinisch-psychologische (Cleckley bis Klein, Kohut bis Carstensen), die gruppendynamisch-organisationale (Bion bis Padilla) und die ökonomisch-strukturelle (Akerlof bis Taleb). Erst zusammen ergeben sie die Diagnose.

1941 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 Klinisch · psychologisch Cleckley Klein Kohut Snyder A. Miller Freyd Paulhus/Williams Babiak/Hare Gebauer Gruppendynamisch · organisational Bateson Bion Padilla/Hogan/Kaiser Ökonomisch · Lebenslauf Akerlof Carstensen Mainiero/Sullivan English/Carstensen Taleb Drei Linien über acht Jahrzehnte — die zusammen erst die Diagnose ergeben
Abb. — Zeitstrahl der theoretischen Quellen.

Wie alles zusammenhängt

und liefern die Andockstellen. , , , und liefern die Typologien. erklärt, warum die Gruppe sie braucht. erklären, warum die Organisation sie behält. liefert die Erklärung für den Compliance-Lebensraum. den Mechanismus des Angsttransfers. beziffert die Kosten, beschreibt die Anti-Konfiguration, und die operativen Werkzeuge. , und erklären, warum das alles jetzt sichtbar wird.

1941Cleckley · Mask of SanityErstbeschreibung der subklinischen Psychopathie.
~1946Klein · Projektive IdentifizierungMechanismus des Angsttransfers.
1956Bateson · DoublebindStrukturmerkmal der Compliance-Abteilung.
1961Bion · Experiences in GroupsWork Group vs. Basic Assumption Group.
1968Darley & Latané · Bystander-EffektKollektives Versagen im Aufsichtsorgan.
1970Akerlof · Market for LemonsAdverse Selection auf Talentmärkten.
~1971Kohut · SelbstpsychologieSpiegelhunger als Andockstelle.
1974Snyder · Self-MonitoringDer Wormtongue in Reinform.
1979A. Miller · Drama des begabten KindesSelbstobjekt-Funktion aus Herkunftssystemen.
1991ffCarstensen · Socioemotional SelectivityWarum die Wahrnehmung ab 50 schärfer wird.
1997Freyd · DARVOVerhaltenssignatur des People-Operators.
2002Paulhus & Williams · Dark TriadSubklinisches Grundkonstrukt.
2006Babiak & Hare · Snakes in SuitsDirekte Vorlage der Typologie.
2006Mainiero & Sullivan · Kaleidoscope CareerBerufsverlauf-Empirie zu Carstensen.
2007Padilla, Hogan, Kaiser · Toxic TriangleDrei Ecken stabilisieren sich gegenseitig.
2012Gebauer et al. · Kommunaler NarzissmusPsychologische Basis des People-Operators.
2018Taleb · Skin in the GameStrukturelle Anti-Creep-Konfiguration.
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Station 8: Self-Assessment

Fünf Fragen pro Phänotyp plus vier zur eigenen Funktion. Die Auswertung markiert, welcher Pfad gerade Vorrang hat. Anonym, nichts wird gespeichert oder gesendet.

A. Wormtongue
1. Es gibt eine Person, die auffällig oft „im Vorzimmer“ des CEO ist, ohne klares Ressort.
2. Wichtige Entscheidungen werden „kurz besprochen“ statt schriftlich getroffen.
3. Schlechte Nachrichten erreichen den Vorstand als „differenzierte Lage“.
4. Eskalationen versanden vor dem Vorstand.
5. Es gibt eine Person, die mein „Verständnis einordnen“ möchte.
B. People-Operator
1. Es gibt jemanden in HR / Culture, der sich auffällig „Sorgen macht“.
2. Kritik an dieser Person wird in eine „Pattern-Beobachtung“ über mich verwandelt.
3. Mitarbeiter, die das Team verlassen, haben „Schwierigkeiten mit Feedback“.
4. Ich verlasse Gespräche mit dieser Person und fühle mich schlechter, ohne zu wissen warum.
5. Im Konfliktfall ist diese Person das Opfer, nie die Verursacherin.
C. Special-Project-Parasit
1. Es gibt jemanden ohne klare KPI, der ständig im Vorstandsmeeting sitzt.
2. Gescheiterte Projekte werden routinemässig in „Learnings“ überführt.
3. Ich bekomme Folien statt Zahlen, wenn ich nach Ergebnissen frage.
4. A-Player-Kapazität bindet sich an Visionsprojekte ohne klare Outcome-Definition.
5. Die nächste „strategische Initiative“ steht immer kurz vor dem Durchbruch.
D. Compliance-Schönredner
1. Es gibt jemanden, der nie „Nein“ sagt — immer nur „smart kommunizieren“.
2. Risikoeinschätzungen werden weichgespült: „mit erhöhtem Risikoprofil“ statt „nicht zulässig“.
3. Bedenken werden im Korridor besprochen, nicht im Memo.
4. Ich werde gebeten, „die Lage in den Kontext zu setzen“.
5. Es gibt aufgestaute regulatorische Risiken, die niemand schriftlich benennen will.
E. Eigene Pathologien
1. Memos auflisten alle theoretischen Risiken, empfehlen aber keines (Paragraphenklammern).
2. Ich nutze Formulierungen wie „haftungssensibel“ oder „mit Augenmass zu beurteilen“.
3. Ich messe Geschäftsentscheidungen am höchsten regulatorischen Massstab (Rigiditätsstolz).
4. Meine Warnungen sind richtig, niemand hört zu — meine wiederkehrende Erzählung (Cassandra-Identität).
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Eckhütt Eins · Werkstatt für General Counsel
Bayerischer Wald

nicole battistini-kohler · martin miller

Begleittext

Zum Camp für General Counsel.

Diese Reihe ist ein Diskussionsanstoss für das Camp für General Counsel — der fünften Linie der Klausurwochen auf Eckhütt Eins. Leitung Nicole Battistini-Kohler; psychoedukativ-psychologische Begleitung aus dem Team.

Weitere Texte aus dem Camp-Material: Sehen müssen, nicht handeln dürfen · Was nach der GC-Position kommt · Fünf Vorstandstypen.

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